Was ist ein Jahresgespräch und wozu überhaupt?
Ein Jahresgespräch ist eine spezielle Form des Mitarbeitergesprächs, das jährlich stattfindet und strategisch ausgerichtet ist. In der Regel geschieht dies zu Beginn oder am Ende eines Kalenderjahres. Dabei besprechen Vorgesetzte und Mitarbeiter die Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres miteinander. Zumeist nutzen sie die Gelegenheit, das kommende Jahr zu planen und eine entsprechende Zielvereinbarung für das kommende Jahr zu treffen.
Das Jahresgespräch dient der Verbesserung der Beziehung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter. Schließlich trägt ein gutes Gesprächsklima zu einem ebenso guten Betriebsklima bei. Schwierigkeiten, Konflikte und Schwächen sind gleichermaßen mögliche Themen eines Jahresgesprächs wie die weitere Entwicklung des Mitarbeiters im Unternehmen.
Im Grunde handelt es sich beim Jahresgespräch um ein Feedbackgespräch oder Evaluierungsgespräch. Führungskraft und Arbeitnehmer blicken auf die Arbeitsleistung der vergangenen zwölf Monate zurück. Auf Basis dieser Erfahrungen geben und erhalten beide Seiten ein entsprechendes Feedback. Wenn sich die Gesprächspartner konstruktiv verhalten, wirkt sich das Jahresgespräch für gewöhnlich positiv auf das Verhältnis aus.
Im besten Fall geht der Mitarbeiter gestärkt und motiviert aus dem Gespräch hervor. Gleichzeitig weiß er, wo er noch Entwicklungspotential hat. Dasselbe gilt für den Vorgesetzten. Nach umfangreichen Jahresgesprächen mit seinen Mitarbeitern weiß dieser, um welche Schwachstellen er sich in Zukunft kümmern wird. Die Jahresgespräche leisten dadurch einen enormen Beitrag zur Verbesserung der betriebsinternen Abläufe sowie der Arbeitsleistung.
Dauer des Jahresgesprächs
Ein produktives Jahresgespräch ist eine durchaus zeitaufwendige Angelegenheit, denn es muss nicht nur durchgeführt, sondern auch vor- und nachbereitet werden. Im Idealfall planen sich beide Seiten ausreichend Zeit ein. Die reine Besprechungszeit dauert in der Regel zwischen 40 Minuten und zwei Stunden. Viele Unternehmen setzen etwa eine Stunde für dieses Evaluierungsgespräch an, was auch die Empfehlung von Experten aus dem Bereich Personalmanagement ist. Im Anschluss empfehlen sie eine umfassende Nachbesprechung, deren Dauer vom individuellen Bedarf abhängt.
Erfahrungsgemäß fallen Jahresendgespräche in einigen Betrieben wesentlich kürzer aus. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn beide Seiten miteinander zufrieden sind. Laut der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung aus dem 4. Quartal 2022 führen 49% der Unternehmen jährliche Feedbackgespräche. Regelmäßigere Möglichkeiten zum Austausch sind eher die Seltenheit. 22% der Firmen tauschen sich vierteljährlich, 6% monatlich mit ihren Beschäftigten aus. Anders in kleineren Betrieben (<50 Mitarbeiter). Dort haben Mitarbeiter häufiger Gelegenheit sich Feedback einzuholen bzw. Rückmeldung zu geben: monatlich in 13% und vierteljährlich in 16% der Unternehmen. Der Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland empfindet ein solches Jahresgespräch für die eigene Motivation und Leistung als wesentlich. Machen Sie von dem Angebot also unbedingt Gebrauch, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen die Möglichkeit dazu gibt. Im Regelfall kommt es Ihnen zugute.
Jahresgespräch vorbereiten
Die Voraussetzung für ein positives und produktives Jahresgespräch mit dem Vorgesetzten ist ausreichende Vorbereitung. Aber keine Sorge: Natürlich ist keine tagelange Recherche oder Vorarbeit erforderlich. Wichtig ist vor allem, dass Sie sich Gedanken über Ihre eigene Arbeitsleistung, den Status quo und Ihre Zukunft im Unternehmen machen. Was möchten Sie erreichen? Was brauchen Sie dafür? Was gefällt Ihnen gut, wo sehen Sie Verbesserungsbedarf. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie vorab wissen, was Sie beim Gespräch mit dem Chef erwartet. So kommt es zu keinen bösen Überraschungen.
Jahre Revue passieren lassen, eigene Leistung einschätzen
Es liegt in der Natur von uns Menschen, dass wir schnell vergessen. Manchmal erinnern wir uns kaum noch an die Erlebnisse der letzten Monate und Wochen. Im Jahresgespräch geht es aber nun einmal um die letzten zwölf Monate. Darum ist es unabdingbar, dass Sie sich genau diesen Zeitraum ins Gedächtnis rufen.
Am besten fangen Sie damit bereits mehrere Wochen vor dem Jahresgespräch an. Gehen Sie Monat für Monat durch und erinnern Sie sich an Ihre Projekte, Leistungen, Erfolge und Misserfolge. Lassen Sie dabei Ihre persönliche Entwicklung nicht außer Acht. Wenn es Konflikte mit Kollegen oder unangenehme Situationen gab, berücksichtigen Sie diese ebenfalls.
Manche Menschen legen den Fokus ausschließlich auf negative Ereignisse. Es ist nachvollziehbar, dass schlechte Erfahrungen besonders lange in Erinnerung bleiben. Im Idealfall spielen diese bei der Vorbereitung auf ein Jahresgespräch jedoch eine untergeordnete Rolle. Vielmehr liegt der Schwerpunkt hierbei auf dem persönlichen Wachstum und der eigenen Weiterentwicklung im Unternehmen. Sprechen Sie negative Erfahrungen oder Konflikte im Jahresgespräch natürlich dennoch an, wenn es Ihnen ein Anliegen ist.
Notizen zu allen „Highlights“ des Jahres dienen Ihnen als Erinnerungshilfe, wenn Sie sich auf das Jahresgespräch vorbereiten. Darüber hinaus sind kurze Reflexionsgespräche mit den Kollegen ebenfalls hilfreich. Denn letztlich steht das Jahresgespräch allen Mitarbeitern bevor. Ein kurzer Austausch unter Kollegen lohnt sich daher oft.
Tipps zur Selbstreflexion
Eine gründliche Selbstreflexion stellt die beste Form der Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Chef dar. In der Regel sind für ein Jahresgespräch drei Aspekte von besonderer Relevanz. Dazu gehören der Rückblick auf das vergangene Jahr, der Status quo sowie der Ausblick auf das kommende Jahr. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:
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Vergangenes Jahr Revue passieren lassen
- Was haben Sie seit dem letzten Jahresgespräch alles erlebt? (Falls es Ihr erstes Jahresgespräch im Betrieb ist: Wie ist es Ihnen seit Ihrem Einstieg ins Unternehmen ergangen?)
- Auf welche Leistungen oder Projekte sind Sie besonders stolz?
- Was ist weniger gut gelaufen und warum?
- Welche Ziele haben Sie bei der Arbeit erreicht? Welche nicht?
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Analyse des Ist-Zustands
- Welche Position nehmen Sie im Team ein?
- Wie schätzen Sie die Leistungen Ihres Teams ein?
- Welchen Anteil haben Sie daran?
- Welche Aufgaben bereiten Ihnen Freude oder Unbehagen?
- Was ist Ihre Rolle im Unternehmen?
- Wie zufrieden sind Sie mit der Situation und Ihrer Rolle?
- Wie geht es Ihnen im Job?
- Fehlt Ihnen etwas?
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Ausblick auf die Zukunft
- Welche Pläne haben Sie für die Zukunft und konkret für das kommende Jahr?
- Was hilft Ihnen bei der Erreichung Ihrer Ziele?
- Wollen Sie sich beruflich in eine andere Richtung entwickeln?
- Möchten Sie bestimmte Fertigkeiten und Hard Skills verbessern, also beispielsweise an Ihren Sprachkenntnissen arbeiten?
- Welche Weiterbildungen wollen Sie absolvieren?
- Wie kann Ihr Arbeitgeber Sie bei Ihrer Weiterentwicklung unterstützen?
Notieren Sie sich alles, was Ihnen dazu einfällt. Womöglich wird Ihnen Ihr Arbeitgeber selbst einige der aufgelisteten Fragen stellen. Sie dienen in erster Linie jedoch der Selbstreflexion. Insbesondere bei der Beurteilung Ihrer eigenen Leistungen ist es wichtig, dass Sie nicht zu hart mit sich selbst ins Gericht gehen. Das Jahresgespräch ist vor allem eine gute Chance, den Chef an Ihre besten Leistungen und Erfolge zu erinnern. Wenn Ihnen die Selbsteinschätzung schwerfällt, hilft häufig ein Vergleich mit dem Status quo der vergangenen Jahre. Die individuelle Weiterentwicklung steht hierbei im Vordergrund. Gerade wenn Sie bereits länger in einem Unternehmen tätig sind, wird Ihnen vielleicht kaum auffallen, was Sie alles leisten.
Ein kleiner Tipp: Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken und stressen Sie sich nicht. Ein Gespräch mit Vorgesetzten wirkt auf manche Menschen durchaus einschüchternd. Dabei ist ein Jahresgespräch eigentlich ein positiver Gesprächsanlass. Es ist für Sie in erster Linie eine Chance, die Sie nutzen können.
Fragen und Antworten beim Jahresgespräch
Im vorangegangenen Abschnitt finden sich einige Reflexionsfragen, die Ihnen bei der Vorbereitung auf das Jahresgespräch helfen. Nun geht es um konkrete Antworten, die Sie als Mitarbeiter beim Jahresgespräch idealerweise parat haben werden. Natürlich hängen die tatsächlichen Themen des Mitarbeiter-Jahresgesprächs immer von den aktuellen Umständen im Unternehmen ab. Der Erfahrung nach tauchen im Jahresgespräch viele Fragen und Antworten immer wieder auf. Wenn Sie darauf optimal vorbereitet sind, können Sie besser auf das Feedback Ihres Vorgesetzten eingehen. Häufige Fragen beim Jahresgespräch sind zum Beispiel:
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Was hat gut funktioniert?
Für die Antwort auf diese Fragen legen Sie sich am besten einige Belege und Nachweise für Ihre Leistungen zurecht. Verweisen Sie auf Projekte, an denen Sie beteiligt waren, oder gehen Sie auf die Zusammenarbeit im Team ein.
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Was hat nicht gut funktioniert?
Selbstverständlich gibt es überall Verbesserungsbedarf. Übernehmen Sie Verantwortung für eigene Misserfolge und schieben Sie die Schuld dafür keinesfalls auf andere. Letzteres erweckt beim Jahresgespräch keinen guten Eindruck. Wenn es bei der Zusammenarbeit mit anderen Teammitgliedern Probleme gab, können und sollen Sie das natürlich ansprechen. Ein souveräner und reflektierter Umgang mit eigenen Misserfolgen ist dennoch unabdinglich.
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Worin sehen Sie Ihre Schwächen und Stärken?
Hier konzentrieren Sie sich am besten auf die positiven Aspekte. Verweisen Sie im Jahresgespräch mit Beispielen aus praktischen Projekten auf Ihre Stärken. Damit zeigen Sie auch auf, wie das Unternehmen von Ihnen als Mitarbeiter profitiert. Wenn es im letzten Jahr zu gewissen Schwierigkeiten kam, sprechen Sie das ebenfalls an. Sprechen Sie ehrlich über Ihre Schwächen und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie zukünftig daran arbeiten werden und wie das Unternehmen Sie dabei unterstützen kann.
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Welche Weiterbildungen oder Möglichkeiten zur Weiterentwicklung möchten Sie ergreifen?
Informieren Sie sich im Vorhinein über Ihre Möglichkeiten. Die Bereitschaft zur Weiterbildung ist in der heutigen Zeit unerlässlich. Überlegen Sie, ob es Bereiche gibt, in denen Sie Aufholbedarf haben. Das kann beispielsweise Ihre Sprachkenntnisse oder eine bestimmte Software betreffen. Planen Sie längerfristig ein berufsbegleitendes Studium oder den Umstieg in ein anderes Betätigungsfeld? Das Jahresgespräch bietet einen geeigneten Rahmen, um solche Themen selbstbewusst und ohne Scheu anzusprechen.
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Welches Feedback haben Sie an Ihre Führungskraft?
Nicht unüblich ist auch die Bitte der Führungskraft um ehrliches Feedback. Denn nur wenn sie um ihre Wirkung auf die Mitarbeiter weiß, kann sie eine gute Führungskraft sein. Überlegen Sie, was Sie an Ihrem Vorgesetzten schätzen und was Ihnen in Bezug auf seine Führungsrolle wichtig ist. Denken Sie auch über die Punkte nach, wo Sie Verbesserungsbedarf sehen.
Vielleicht gab es in Ihrem Betrieb bestimmte Ereignisse, die der Chef wahrscheinlich im Jahresgespräch aufgreifen wird. Wenn Sie sich gut auf das Gespräch vorbereiten, haben Sie nichts zu befürchten.
Ablauf Jahresgespräch
Jahresgespräch ist nicht gleich Jahresgespräch. Im Hinblick auf den exakten Ablauf, die Dauer und sonstige Rahmenbedingungen gibt es teilweise gravierende Unterschiede. Manche Betriebe halten sich hierbei an ein striktes Protokoll und arbeiten Punkt für Punkt ab. Andere gehen eher locker und intuitiv vor. In vielen Fällen läuft ein Jahresgespräch folgendermaßen ab:
- Gemeinsamer Rückblick auf Projekte und Ereignisse des vergangenen Jahres
- Ausführliches Feedback zu den persönlichen Arbeitsleistungen, der Performance und der Zusammenarbeit mit den Kollegen im Team
- Zielvereinbarung für die kommenden Monate
- Besprechung möglicher Maßnahmen zur Weiterbildung und Weiterentwicklung
- Gegebenenfalls Vereinbarung zukünftiger Evaluierungsgespräche oder anderer Performance-Gespräche
Dieses Schema dient jedoch lediglich zur groben Orientierung. Im Folgenden gehen wir ausführlicher auf den Ablauf des Jahresgesprächs ein. So wissen Sie, was Sie vermutlich erwartet. Dennoch ist es besser, wenn Sie auf alles gefasst sind. Lassen Sie sich keineswegs aus dem Konzept bringen, wenn plötzlich alles anders als geplant kommt.
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Einstieg
Wie andere Mitarbeitergespräche auch beginnt das Jahresgespräch meistens mit einer klassischen Gesprächseröffnung. Im Zuge dessen geht der Vorgesetzte üblicherweise auf die Strukturierung des folgenden Gesprächsverlaufs ein. Dabei erklärt er, welche Aspekte er im Folgenden behandelt.
Oft bieten Vorgesetzte den Mitarbeitern in der Einstiegsphase Kaffee oder andere Getränke an. Bedenken Sie, dass Sie möglicherweise für längere Zeit im Büro Platz nehmen. Damit Sie bei Stimme bleiben, bitten Sie also ruhig um ein Glas Wasser. Grundsätzlich sollte das Jahresgespräch ungestört und ohne Zeitdruck stattfinden. Planen Sie Ihre Termine an diesem Tag entsprechend. Wenn es sich dennoch nicht vermeiden lässt, dass Sie zum Beispiel auf einen wichtigen Anruf eines Kunden warten, den Sie annehmen müssen, weisen Sie Ihren Chef am besten zu Beginn des Gesprächs darauf hin.
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Analyse & Feedback
Nach einer kurzen Gesprächseröffnung wird der Vorgesetzte normalerweise gleich zum Feedback übergehen und auf Ihre Arbeitsleistung eingehen. Hören Sie zunächst mit großer Aufmerksamkeit zu. Notieren Sie sich gegebenenfalls die wichtigsten Punkte, wenn Sie später selbst darauf zurückkommen wollen.
In vielen Fällen ist das Feedback, das Mitarbeiter im Jahresgespräch erhalten, überwiegend positiv. Schließlich wissen Vorgesetzte, wie sie ihre Mitarbeiter am besten motivieren. Natürlich kommt es dennoch vor, dass berechtigte negative Kritik hervorgebracht wird oder Vorwürfe erhoben werden, die durch einen falschen Eindruck entstanden sind. Selbst wenn Ihr Chef unfaire Vorwürfe erhebt, sind Unterbrechungen unangebracht. Warten Sie, bis er mit seinen Ausführungen fertig ist, und stellen Sie den Sachverhalt anschließend in Ruhe klar. Achten Sie auf positive Formulierungen.
Wahrscheinlich wird die Selbsteinschätzung Ihrer Arbeit und Leistung ebenfalls Thema sein. Seien Sie selbstbewusst, aber lassen Sie ein gewisses Maß an Selbstkritik zu.
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Planung & Ziele
In der nächsten Phase des Jahresgesprächs geht es um Ziele und Pläne. Eventuell wird Ihr Vorgesetzter darüber sprechen, wie er sich die zukünftige Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrem Team vorstellt. Vielleicht informiert Ihr Chef Sie außerdem über etwaige Veränderungen, die in naher Zukunft anstehen.
Sie selbst haben ebenfalls die Möglichkeit, Ihren Chef über Ihre Zukunftsplanung zu informieren. Bedenken Sie allerdings, dass Sie keine Details aus Ihrem Privatleben preisgeben müssen. Ob Sie Ihre Familienplanung im nächsten Jahr vorantreiben oder ein Haus kaufen, geht Ihren Vorgesetzten nichts an. Natürlich steht es Ihnen frei, dennoch auf Ihre private Situation einzugehen. Im Jahresgespräch sind Fragen danach tabu. Wenn Ihr Arbeitgeber nach Ihrem Privatleben fragt, sind Sie ihm keinerlei Rechtfertigungen oder Antworten schuldig.
Möglicherweise haben Sie selbst persönliche Ziele, die Sie bei der Arbeit verwirklichen wollen. Sprechen Sie das unbedingt im Jahresgespräch an. Gemeinsam mit Ihrem Chef treffen Sie eine Zielvereinbarung, die Sie als Basis für die Arbeit im neuen Jahr heranziehen können. Nehmen Sie die beim Jahresgespräch getroffenen Zielvereinbarungen sehr ernst. Gehen Sie in den folgenden Mitarbeiter-Jahresgesprächen und anderen Evaluierungsgesprächen wieder auf diese Ziele ein.
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Perspektive & Entwicklung
Abschließend geht es vor allem um Ihre persönliche zukünftige Entwicklung und die Perspektiven, die Ihnen das Unternehmen bietet. In dieser Gesprächsphase haben in der Regel Sie das Heft in der Hand. Für gewöhnlich erhalten Sie ausreichend Raum, um Ihren Chef über Ihre Vorstellungen zu informieren.
Nutzen Sie die Gelegenheit für persönliche Fragen und Wünsche im Hinblick auf Ihre Weiterentwicklung. Wenn Sie sich beispielsweise für eine berufsbegleitende Fortbildung interessieren, fragen Sie, ob es Fördermöglichkeiten gibt. Häufig sind Vorgesetzte diesbezüglich gut informiert. Wenn Sie eine Beförderung anstreben oder sich für eine andere vakante Stelle interessieren, haken Sie diesbezüglich ruhig nach.
Lesetipp:
Wer aktiv zuhört, der gibt dem anderen ein gutes Gefühl und spiegelt Wertschätzung und Aufmerksamkeit wider. Lesen Sie hier nützliche Tipps.
mehr erfahrenWas möchte ich gerne loswerden?
Am Ende des Jahresgesprächs fragt der Vorgesetzte im Regelfall nach, ob der Mitarbeiter etwas loswerden möchte. Seien Sie an dieser Stelle mutig und trauen Sie sich ruhig, die Dinge beim Namen zu nennen.
Beim Jahresgespräch befinden Sie sich als Mitarbeiter keineswegs in einer Rechtfertigungsposition. Kritik und Verbesserungsvorschläge sind hier oft ausdrücklich erwünscht. Wenn es Schwierigkeiten im Team gibt oder bestimmte Abläufe Probleme bereiten, besteht nun eine reale Chance auf Veränderung. Bleiben Sie dabei selbstverständlich sachlich und konstruktiv und geben Sie auch Ihrer Führungskraft Feedback
Gehaltsverhandlung beim Jahresgespräch?
Das Thema Gehalt brennt vielen Mitarbeitern auf den Nägeln. Das Jahresgespräch ist allerdings keine Gehaltsverhandlung. Daher erscheint es eher unangebracht, wenn Sie diese Thematik beim Evaluierungsgespräch aufgreifen.
Vereinbaren Sie lieber einen eigenen Termin für Ihre Gehaltsverhandlung. Ein positiv verlaufendes Jahresgespräch stellt immerhin eine gute Grundlage dafür dar. Es empfiehlt sich demnach, möglichst bald ein entsprechendes Gespräch zu vereinbaren. Wenn das Jahresgespräch mit Ihrem Vorgesetzten weniger gut gelaufen ist, lassen Sie sich mit Forderungen nach einer Gehaltserhöhung lieber Zeit.
Wer vernünftig über das Thema Gehalt sprechen möchte, sollte die erforderlichen Begrifflichkeiten kennen. Mehr zu Gehalt, Lohn und Co. erfahren Sie hier
Fragen und Antworten
Hier finden Sie die häufigsten Fragen zum Jahresgespräch:
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Was ist ein Jahresgespräch?
Das Jahresgespräch ist eine spezielle Form des Mitarbeitergesprächs oder des Evaluierungsgesprächs. Die Bezeichnungen Jahresendgespräch oder Mitarbeiter-Jahresgespräch sind ebenfalls weit verbreitet. Dabei handelt es sich um ein Gespräch mit dem Chef, das einmal pro Jahr stattfindet – zumeist zu Beginn oder am Ende des Kalenderjahres. Im Zuge dessen reflektieren Mitarbeiter und Vorgesetzte miteinander die Arbeitsleistung im vergangenen Jahr. Außerdem geht es um die individuelle Weiterentwicklung des Mitarbeiters im Betrieb. Ein Jahresgespräch dauert im Regelfall zwischen 40 Minuten und zwei Stunden und ist somit umfangreicher als ein reguläres Mitarbeitergespräch.
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Was gehört in ein Jahresgespräch?
Im Wesentlichen gibt es drei zentrale Themenbereiche, die beim Jahresgespräch behandelt werden. Erstens erhält der Mitarbeiter ein umfassendes Feedback zu seiner Leistung in der Vergangenheit. Zweitens treffen beide Seiten eine bestimmte Zielvereinbarung für die Zukunft. Drittens geht es um die berufliche Entwicklung sowie die Perspektiven des Mitarbeiters im Unternehmen. Als Arbeitnehmer können Sie persönliche Anliegen und Kritik aufgreifen. Details aus Ihrem Privatleben behalten Sie lieber für sich, falls Ihr Chef danach fragt. Sie sind schließlich nicht dazu verpflichtet, Auskunft darüber zu geben. Gehaltsverhandlungen sind beim Jahresgespräch unangebracht. Hierfür vereinbaren Sie am besten einen eigenen Termin.
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Wie bereite ich mich auf ein Jahresgespräch vor?
Normalerweise wissen Sie bereits mehrere Wochen im Voraus, dass bald ein Jahresgespräch ansteht. Insofern haben Sie ausreichend Zeit, in der Sie sich umfassend Gedanken dazu machen können. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf der Selbstreflexion und der Selbsteinschätzung Ihrer Arbeit. Machen Sie sich vorab Gedanken über Ihre Leistung, Ihre Rolle im Team sowie Ihre Erfolge und Misserfolge im vergangenen Jahr. Besprechen Sie sich bei Bedarf mit Ihren Kollegen, wenn Sie sich auf das Jahresgespräch vorbereiten. Denken Sie außerdem über zukünftige Pläne und Ziele nach.
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Was wird in einem Jahresgespräch besprochen?
In einem Jahresgespräch geht es in erster Linie um Ihre Performance im Vorjahr. So sprechen Angestellte und Vorgesetzte beispielsweise darüber, was gut funktioniert hat und wo die Dinge hätten besser laufen können. Darüber hinaus sind im Rahmen des Gesprächs ebenso zukünftige Pläne von Relevanz. Dies umfasst Ihre persönliche Lebensplanung gleichermaßen wie anstehende Herausforderungen im Unternehmen.
Jahresgespräch – Fazit
Beim Jahresgespräch lassen Führungskraft und Mitarbeiter das vergangene Jahr gemeinsam Revue passieren. Sie blicken zusammen in die Zukunft und auf kommende Herausforderungen. Persönliche Anliegen und Kritik finden hier ebenfalls Beachtung. Wer diese Chance zu nutzen weiß, profitiert nachhaltig von einem erfolgreich verlaufenen Jahresgespräch. Im Idealfall gehen Sie als Mitarbeiter gestärkt und motiviert aus einem solchen Gespräch mit dem Chef heraus.